Neckarsulm. Rund 6.000 Beschäftigte haben sich heute an der Betriebsratssprechstunde vor dem Tor 6 bei Audi in Neckarsulm beteiligt und damit ein eindrucksvolles Zeichen für die Zukunft des Standorts gesetzt. Die Beschäftigten folgten dem Aufruf des Betriebsrats und machten in einem geschlossenen Auftreten deutlich: Neckarsulm braucht Klarheit, Verlässlichkeit und eine starke Zukunftsperspektive. Die Veranstaltung knüpfte an die Forderungen nach Zukunftssicherung, Transparenz und Respekt gegenüber der Belegschaft an. Als Vorsitzender des Audi-Betriebsrats Neckarsulm sprach Alexander Reinhart zu den Mitarbeitenden. Für die IG Metall schloss sich Barbara Resch, Bezirksleiterin für Baden-Württemberg, an.
Die große Beteiligung der Belegschaft unterstreicht die hohe Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Werk. Auf die besondere Rolle der Mitarbeitenden am Standort gingen auch die verschiedenen Redebeiträge ein und stellten heraus: Neckarsulm ist ein Zukunftsstandort. Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass sie Wandel gestalten, Innovationen vorantreiben und Spitzenleistungen erbringen können. Wer die Zukunft von Audi sichern will, kommt an Neckarsulm nicht vorbei.
Rückhalt erhielt die Belegschaft dabei auch aus der Politik. Baden-Württembergs aktueller Landtagspräsident Thomas Strobl sowie Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig betonten die Bedeutung des Standorts Audi Neckarsulm für das Land Baden-Württemberg und die gesamte Region. Mit klaren Worten sicherten sie den Beschäftigten ihre Unterstützung zu.
Ein weiteres Zeichen der Solidarität kam aus dem Audi Werk in Ingolstadt. Zum Auftakt richtete Karola Frank, Vorsitzende der IG Metall Vertrauenskörperleitung bei Audi, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung. Sie hob die Bedeutung von Zusammenhalt, Mitbestimmung und gegenseitiger Unterstützung in schwierigen Zeiten hervor.
Auch Kolleginnen und Kollegen von Mercedes-Benz aus Sindelfingen und Untertürkheim sowie von Porsche aus Zuffenhausen und Weissach waren zur Solidaritätsbekundung vor Ort. Ihr Besuch macht deutlich: Über Unternehmens- und Standortgrenzen hinweg stehen die Beschäftigten der Industrie zusammen, wenn es um sichere Arbeitsplätze, gute Zukunftsperspektiven und eine starke Mitbestimmung geht.
Alexander Reinhart, Betriebsratsvorsitzender von Audi Neckarsulm:
„Die heutige Beteiligung ist ein starkes Signal. 6.000 Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, dass sie hinter ihrem Standort stehen und eine klare Zukunftsperspektive erwarten. Unser Werk und unsere Belegschaft bringen alles mit, damit wir auch weiterhin eine starke Rolle für Audi und im Konzern spielen.“
Ari Zartmann, Vertrauenskörperleiter der IG Metall bei Audi Neckarsulm:
„Die Geschlossenheit der Belegschaft war beeindruckend. Heute wurde sichtbar, was unseren Standort auszeichnet: Solidarität, Zusammenhalt und die Entschlossenheit, gemeinsam für die Zukunft einzustehen.“
Yvonne Möller, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm:
„Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Zukunft einzustehen. Neckarsulm ist ein leistungsstarker Industriestandort mit hoch qualifizierten Beschäftigten und großem Innovationspotenzial. Wir erwarten, dass Zukunftsentscheidungen gemeinsam mit den Menschen getroffen werden, die den Erfolg von Audi Tag für Tag möglich machen. Die starke Unterstützung aus Politik und Gesellschaft zeigt: Die Region steht geschlossen hinter dem Standort.“
Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg:
„Mit diesem Aktionstag senden wir ein klares Signal an die Konzernspitze. Dieses Werk ist kein Kostenblock auf einer Folie, sondern Herzstück von Kompetenz und Zukunftsfähigkeit. Statt weiter über Kapazitätsabbau zu spekulieren, erwarten wir eine verbindliche Zusage für ein elektrisches Volumenmodell, das diesen Standort langfristig absichert. Der Vorstand selbst hat erklärt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen: Genau diese Lösungen fordern wir jetzt ein. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, aber wir erwarten Entscheidungen, die Arbeitsplätze, Know-how und die Region stärken, statt sie Schritt für Schritt auszudünnen.“
Thomas Strobl, Präsident des Landtags Baden-Württemberg:
„Audi ohne Neckarsulm ist nicht denkbar. Wo Spitzenforschung, Künstliche Intelligenz und industrielle Kompetenz zusammenkommen, entstehen die besten Voraussetzungen für die Zukunft des Automobilbaus. Zukunft durch Intelligenz, menschliche wie künstliche. Und genau hier in Neckarsulm bringen wir Spitzenforschung und Hightech im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße.“