Neckarsulm – Das Signing für den Verkauf der zivilen Sparte von Rheinmetall an den Investor Aequita ist erfolgt. Für die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm markiert dies einen wichtigen Einschnitt – aber auch einen klaren Auftrag: Die Zukunft der betroffenen Standorte im Sinne der Beschäftigten aktiv zu gestalten.
Gleichzeitig hebt die Gewerkschaft hervor, dass es gelungen ist, vor dem Vollzug des Verkaufs zentrale Sicherheiten für die Beschäftigten zu verankern. In intensiven Verhandlungen wurde ein Überleitungstarifvertrag (ÜTV) abgeschlossen, der klare Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung beinhaltet.
„Das ist eine wichtige Grundlage: Mit dem Überleitungstarifvertrag haben wir Sicherheit erstritten – für die Kolleginnen und Kollegen und für die Perspektiven der Standorte“, so Yvonne Möller, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. „Diese Sicherheiten gelten für drei Jahre nach dem Closing und geben den Beschäftigten in einer Phase großer Unsicherheit verbindlichen Schutz.“
Der ÜTV stellt unter anderem sicher, dass:
Arbeitsplätze geschützt werden,
Standorte verbindlich abgesichert sind und
tarifliche Standards erhalten bleiben.
Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick nun nach vorn. Die IG Metall macht deutlich, dass sie den neuen Eigentümer ausdrücklich in die Pflicht nehmen wird.
„Jetzt geht es darum, die Betriebe zukunftsfähig aufzustellen. Wir erwarten von Aequita eine klare Perspektive für Investitionen, Innovation und Beschäftigungssicherung“, betont die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. „Kurzfristige Renditeinteressen auf Kosten der Beschäftigten werden wir nicht akzeptieren.“
Zugleich verweist die IG Metall auf Erfahrungen mit Aequita in anderen Unternehmen, die Anlass zur besonders kritischen Begleitung geben. Umso wichtiger sei es, dass durch den Tarifvertrag verbindliche Leitplanken gezogen wurden.
Die Gewerkschaft kündigt an, die weitere Entwicklung eng zu begleiten und gemeinsam mit den Betriebsräten konsequent für die Interessen der Beschäftigten einzutreten.
„Unsere Haltung ist klar“, so die IG Metall abschließend: „Wir haben Sicherheit für die Beschäftigten durchgesetzt. Jetzt kämpfen wir dafür, dass daraus auch eine nachhaltige industrielle Zukunft wird.“
Hintergrund: In Baden-Württemberg sind die KS Kolbenschmidt GmbH (Neckarsulm), Rheinmetall Invent (Neckarsulm), MS Motorservice International GmbH (Neuenstadt) und KS Gleitlager GmbH (St. Leon Rot) betroffen. Die KS Huayu AluTech GmbH verbleit im Rheinmetall Konzern. Weltweit sind von dem Verkauf rund 6.250 Beschäftigte betroffen.
Ansprechpartnerin:
Yvonne Möller, 1. Bevollmächtigte IG Metall Heilbronn-Neckarsulm,
Salinenstr. 9, 74172 Neckarsulm
Telefon: +49 7132 9381- 11 | Mail: Yvonne.Moeller@igemtall.de